8 Fragen Runde Eins

Die erste Runde geht an mich:

Wenn man dich um 9 Uhr morgens suchen würde, wo würde man Dich finden?

Noch zuhause. Im Idealfall packe ich entspannt meine sieben Sachen zusammen. Das bedeutet oft, dass ich mir überlegen muss, ob ich alles aufs Fahrrad kriege: Wolle, Schnitte, Mittagessen, Bücher usw… Oder aber ich flitze durch die Stadt, um Dinge zu erledigen, bevor ich um 11 Uhr wohlpräpariert die Ladentür aufschließe.

Was ist Deine Lieblingsfarbe?

Die Farbe Grün in all ihren Facetten. Sie macht mich ruhig und zufrieden.

Was inspiriert Dich?

Zufälle. Farben. Und einfach still stehen und beobachten: Menschen und ihre Geschichten. Und wenn ich Musik höre wird alles möglich.

Wie bist du das geworden, was du bist?

Auf vielen Umwegen bin ich zum Modedesign gekommen. Ein Glück. Schon in der Schule habe ich für mich und andere genäht. Mit 18 Jahren nähte ich in der Nacht Seidendessous, auf die ich Mond und Sterne stickte. Nichtsdestotrotz studierte ich Soziologie und Russisch für eine kurze Weile. Mir fehlte das Handwerk und schließlich ging ich nach Münster an die Fachhochschule und machte den Abschluss in Produktdesign. Damit ist die Irrfahrt nicht zu Ende: Ich kam zurück nach Berlin und wurde Kostümbildassistentin. Dann aber fehlte mir die Literatur. Zur Geburt unseres Sohnes bekam ich eine Strickmaschine geschenkt. Das Handwerk fehlte mir wieder…. Der Umgang mit der Maschine, den Garnen, den Farben und schließlich die Begegnungen und die Suche nach Menschen, die sich in meinem Design wohlfühlen: Ich habe schnell erkannt, dass mich das sehr glücklich macht. Und ich kann nicht dankbar genug sein, das meine Mode von Vielen wertgeschätzt wird. Im Moment kommt meine Kollektion über den Laden in der Knesebeckstrasse zu den Kunden. Aber auch da ist noch viel möglich. Überhaupt möchte ich bis zum letzten Atemzug offen und neugierig in der Welt sein.

Welche Beziehung hat deine Herkunft zu dem, was du bist?

Da ich einen berühmten Namen trage und aus einer Familie stamme, in der sich sehr viele außergewöhnliche Persönlichkeiten tummeln, würde ich erst einmal sagen, dass es schwierig war, klein anzufangen und sich nicht von Erwartungen beirren zu lassen. Wenn ich genau darüber nachdenke, ist die Frage sehr schwer zu beantworten.

Was ist Dir sonst wichtig?

Meine Freunde und Familie, Musik aus allen Kulturen und Jahrhunderten, die Nähe zur Natur und mein Wunsch etwas Gutes in die Welt zurück zu geben. Und ehrlich gesagt gutes Essen.

Welchen Wunsch kann ich Dir heute erfüllen?

Es mag banal klingen: Äußeren und inneren Frieden.

Wenn man Dich Abends um 21 Uhr suchen würde, wo würde man Dich finden?

Zuhause manchmal, mit einem guten Schlückchen in Gesellschaft, manchmal auch nur mit mir und einem Buch, manchmal ratlos mit einem Stück Schokolade in der Hand, manchmal noch in meinen Farben verfangen… Oder ich räume die Küche auf, damit ich am nächsten Morgen um 9 „aufgeräumt“ bin.